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Gründungsgeschichte Kröligheims

Auch Kröligheim (Krelekaim, Kroligkeim, heute Krelikiejmy) verdankt seine Gründung dem Komtur Gottfried von der Linden. Die Urkunde stammt vom 29. Juni 1374. Der alte Name Krelekaim weist auf eine ursprünglich prußische Siedlung hin, die aber, wie die steuerfreien Jahre für die Siedler vermuten lassen, wohl schon länger wüst war. Die Brüder Klaus und Heinrich erhielten 5 ½ zinsfreie Hufen "um der Besetzung willen" zum Schulzenamt, die restlichen 38 ½ Hufen wurden an die Neubauern verteilt, dazu gehörten außerdem 10 Hufen Wald. Durch weitere Verleihungen in späterer Zeit wuchs Kröligheim auf insgesamt 60 Hufen. i

Plan Kröligheim.png

Seit der verlorenen Sclacht von Tannenberg 1410 und den darauf folgenden Kämpfen mit den preußischen Ständen mangelte es dem Orden an Geld, um die Söldnerführer zu bezahlen. Diese wurden entschädigt, indem ihnen ein Dorf (oder auch mehrere) verliehen wurde, dessen Einwohner den fälligen Zins an sie zu zahlen hatten. Auch Kröligheim wurde auf diese Weise Eigentum des Niklas von Ketitten, allerdings nur für die Dauer dessen Lebens. ii

Von 1543 existiert eine Urkunde, in der die Namen der Bauern und Gärtnern mit ihren jeweiligen Hufenzahlen aufgeführt sind:

Sacharias Kesslingk 2 HufenMerten Sonnenstuhl 2 HufenBenedikt Kesslingk 2 Hufen
Hans Polen 2 HufenAssmann 4 HufenMerten Meybom 2 Hufen
Kilian Knen 1 HufeGeorg Kessling 4 HufenFranz Schneider 1 Hufe
Faustus Sudeck 2 HufenGreger Mey 3 HufenThomas Knop 2 Hufen
Tiburtius Daneel 3 HufenPeter Berndt 2 HufenMatz Pale 2 Hufen  iii
Simon Packhäuser 3 HufenHans Butcher 3 Hufen 
Peter Kune 2 HufenKruger 2 Hufen 

Die 6 Gärtner in Kröligheim werden nur mit dem Vornamen genannt. Sie besaßen je einen Garten, dessen Größe nicht angegeben ist. Die Namen sind: Albrecht, Ztenzel, Niclasch, Frantz, Peter Schneider (Beruf?) und Kruger.

Verpfändung

Auch Kröligheim entging nicht der Verpfändung. Oberst Wolf von Kreytzen, Besitzer von Sillginnen, hatte dem Großen Kurfürsten 40 000 Mark geliehen und dafür Kröligheim als Pfand erhalten. Das bedeutete für die Bevölkerung nicht nur Abgaben in Form von Naturalien, sondern auch Scharwekdienste bei der Mühle und Getreidefuhren nach Königsberg ohne Lohn. Aus einer Amtsrechnung aus dem Jahr 1683 geht hervor, wie viel an die Pfandherrschaft geliefert wurde: 509 Mark 48 Schilling an Geld, 20 Scheffel Weizen, ein Scheffel Korn (i.e. Roggen), 38 Scheffel Gerste, eine Last 16 Scheffel Hafer, 19 Gänse, ein Schock 26 Hühner. Die Verpfändung wurde erst zwischen 1702 und 1711 durch König Friedrich I. in Preußen gelöst. iv

Die Schule und ihre Lehrer

Über ein Schulhaus in Kröligheim ist für die frühe Zeit kein Beleg vorhanden. Die Lehrer in den Dörfern ohne Kirche übten bis weit ins 19. Jahrhundert zumeist einen handwerklichen Beruf aus und waren nebenbei Lehrer, da sie von dem geringen Schulgeld, das die Eltern zahlen mussten, nicht leben konnten. Erwähnt werden die Kröligheimer Lehrer in den Kirchenbüchern in folgender Reihenfolge:

Georg Albrecht Kloster (1659); Friedrich Spandau (1680); Georg Wunde (1690); Jacob Lüdtke (1707); Johann Heinrich König (1720); Jacob Berg (1735); David Friedrich König (1750); Michael Schultz (1770); Christian Lindner (1790); Philipp Heinrich Schmidt (1808); David Ludwig Preuß (1820).


Fußnoten:

  1. AF Jahrgang 6, S. 241
  2. Gerdauen, S. 146
  3. Gerdauen, S. 146f
  4. Gerdauen, S. 147

 

 

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