Sie sind hier: Willkommen Das Kirchspiel Seehesten, Kreis Sensburg 1731-1750
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Vorbemerkung

Seehesten ist eher zufällig eins meiner  Forschungsgebiete geworden. Zunächst entdeckte ich in einem Rastenburger Kirchenbuch Geburtsort und -datum eines bislang nur dem Namen nach bekannten Spitzenahnen: Weißenburg im Kirchspiel Seehesten 1665, dann fand ich im Rastenburger Hausbuch eine Erbteilungsakte aus dem Jahr 1699 und erfuhr da, dass dieser Spitzenahne aus der dritten von vier Ehen seiner Mutter stammte und seine Halbgeschwister alle im Kirchspiel Seehesten lebten.

Nachdem ich durch Vermittlung Bernhard Maxins alle dort vorhandenen mikroverfilmten Kirchenbücher erworben und eingescannt hatte, suchte ich zunächst nach lesbaren Einträgen und landete im Jahr 1731, als  Christian Wilhelm Büttner Pfarrer in Seehesten wurde. Er war das 6. von insgesamt 13 Kindern des Oberlandschöppen (und Krugbesitzers in Reuschendorf) Johann Georg Büttner, und wurde am 04.12.1701 in Seehesten geboren. Er kannte sich mit den komplizierten Familienverhältnissen dort sehr gut aus, was mir erlaubte, die verzwickten Verwandtschaften mit Hilfe seiner akribischen Beschreibung aufzudröseln - bei der dürftigen Quellenlage eine wahre Goldgrube!

In der Heiratsurkunde 1737/317/02 heißt es z.B.:

"Jan Koniecki, des seel. Jorek Koniecki, Frey in Weißenburg und des Jan Kopka das. Frey Stiefsohn mit Catharina, des seel. Jacob Roman, eines gewes. Freien leibl. und des jetzigen Bartol. Koniecki, Frey des ob. seines Halbbruders Stieftochter. cop. in Beeslack"

Ein Pate bei der Taufe Urk. 1743/086/10 wird folgendermaßen beschrieben:

"Martin Kowalewski eines frey auß Rübenzahl Sohn und des Joost Zonak frey in Weißenburg alß seiner Mutter Bruders Zögling, folglich auch mit des Kindes Mutter [i.e. Dorothea, Tochter des Freien Michael Joost in Sydren] alß Schwester Kinder anverwandt"

Allerdings verwirrte mich die unglaubliche Fülle von Alias-Namen, die überraschenderweise nicht nur in begüterten Familien vokamen, wo vielleicht ein Guts- oder Hausname der Grund für die Führung eines Alias- Namens war, sondern auch bei Instleuten. 

Um die Mitte des 18. Jahrhunderts bestand das Kirchspiel Seehesten aus folgenden Dörfern in der vom Pfarrer 1730-1750 benutzten Schreibweise, in Klammern dahinter nach der von mir benutzten Schreibweise des Gemeindelexikons von 1907/1908 (Sonderschrift des VFFOW Nr. 102):

Seehesten mit der Freiheit Seehesten; Bruszewen (Burschewen); Gyzewen (Giesewen); Kerstinowen; Pfaffendorf; Rudwangen; Surmowen; Symanowen (Siemanowen); Weißenburg.

1822 wurde Bosemb zu Seehesten eingepfarrt

1874 wurden die Dörfer Bruszewen, Gyzewen, Surmowen und Symanowen zum neu gegründeten Kirchspiel Warpuhnen geschlagen.

 KS_Seehesten.png

Witzleben, Ausschnitt des Kirchspiels Seehesten aus der Kreiskarte Sensburg in den Grenzen von 1844

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