Sie sind hier: Willkommen Das Kirchspiel Seehesten, Kreis Sensburg 1731-1750 Kurze Siedlungsgeschichte
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Kurze Siedlungsgeschichte

Das Haus Seehesten lag bei seiner Gründung um das Jahr 1367 inmitten der Großen Wildnis und bestand anfangs, wie auch andere Ordensburgen, aus einem Blockhaus mit einem Baum als Wartturm und einem Plankenzaun als Schutz.1 Erst als genügend Wald gerodet und Wege vorhanden waren, konnte damit begonnen werden, ein festes Gebäude aus Stein zu bauen. Seehesten war Sitz eines Pflegers und nach einer Aufstellung aus dem Jahr 1451 gehörten neben dem Hauskaplan und einem Schreiber noch 16 namentlich genannte Männer, weitere 20 Stall- und Pflugknechte und dazu Frauen, Mägde und Kinder zum Haushalt.2 Um die Versorgung sicherzustellen, gehörte von Anfang an ein Vorwerk von etwa 23 Hufen dazu.

Bald nach dem Bau des Hauses Seehesten entstand dort wie bei allen Ordenshäusern eine Lischke (altpreußisch für Korb oder Schachtel aus Flechtwerk), ein durch Hecken und Flechtzäune eingegrenzter Bereich, der bis ins 19. Jahrhundert als "Freiheit Seehesten" bezeichnet wurde.3

Die ersten Gründungen waren Freidörfer mit kulmischem Recht -

1367 Rauwewang (Rudwangen) mit drei Verschreibungen je 11 Hufen

1371 Langenbrück mit zunächst einer Verschreibung  zu 10 Hufen

1373 Weißenburg mit fünf Verschreibungen je 10 Hufen

Weißenburg wuchs bis zum Anfang des 17. Jahrhunderts bis auf 105 Hufen und war das größte Freidorf im Amt. Die Grundstücke dieser Freidörfer wurden in der Regel an mehrere Verwandte verliehen und im Laufe der Zeit unter ihnen aufgeteilt.

1449 wird Falkenhaym im Amtsbuch erwähnt, später umbenannt zu Prußhöfen/Bruszewen/Burschewen. 1550 gehörte das Gut acht Besitzern, unter ihnen tauchen zwei Nachnamen auf, die auch noch 1730-1750 dort vorkommen: Sokolowsky und Niklaß. Unter den ersten Besitzern waren Simon, Lenhart und Jan Proßensky, die ihre Güter verkauften oder unter ihre Kinder aufteilten. Sie sollen Stammpreußen (Prußen) gewesen sein und dem Dorf den Namen Proßhöwen gegeben haben. Sie erhielten im Gegensazu zu den übrigen Freidörfern preußisches Recht.

Die übrigen Dörfer des Kirchspiels Seehesten wurden als Zins- oder Bauerndörfer gegründet mit einem Lokator als Erbschulz mit Freihufen und Bauern, , die meist 2 Zinshufen erhielten:

1737 Reuschendorf, Lokator war Jacob Medebaum. Der ursprüngliche Dorfname Meybowen verschwand früh und wurde ersetzt durch Rukain/Ruskawies (deutsch Reuschendorf)

1401 das Zinsdorf Seehesten mit 40 Hufen, davon 4 Schulzenhufen und - später - 4 Kirchenhufen, sowie vier Krüge mit je 1 Hufe

1450 Kerstinowen wird unter dem Namen Schwartzenburgh im Amtsbuch geführt4

1566 Pfaffendorf, auch Popwen genannt

1573 Gyzewen/Giesewen, Lokator war Woytek Giesa (deutsch Schienbein). Der Name Giza hält sich bis 1750.

1577 Surmowen, Lokator war Jacob Surma (deutsch Schalmei), der Name erscheint später als Alias-Name

1584 Symanowen/Siemanowen5


Templin, S. 18

Templin, S. 120

Templin, S. 121

Templin, S. 123 ff

Templin, S. 145 ff

 

 

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